US-Westküste mit der Cirrus SR22T G5
Reisebericht einer Westküsten-Tour in einer fast neuen Cirrus SR22T G5 - von San Carlos über Las Vegas, Sedona, San Diego, Santa Monica bis zur Golden Gate Bridge in 1.000 ft.
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Direkt im Anschluss an meine IR Validation in Kalifornien hatte ich eine Tour an der West Coast geplant.
Das Flugzeug hatte ich bei JATO Aviation, dem größten Cirrus-Vercharterer im Valley, gemietet. Den Check-out-Flug von mehreren Stunden hatte ich mit Lucas durchgeführt und alles kombiniert - von Simulation eines AHRS Failures während eines ILS-Endanfluges, über Mountain Flying bis zum High-Altitude-Checkout bei 25.000 ft. Die Masken sind ehrlich gesagt ziemlich ungemütlich und Funken ist wirklich nicht ganz einfach.
Funk an Untowered Airports
Ganz gut fand ich auch wieder mal das Practicing des Funks beim Anflug von „untowered” Airports, bei uns diesmal Lake Tahoe:
„Lake Tahoe TRAFFIC, N92NF, 5-miles final RWY 18, Lake Tahoe TRAFFIC”
Übliche Calls: 7 mile final, 3 mile final, short final, runway vacated, take-off. Ein bisschen komisch ist das schon, wenn man wie in Deutschland immer Feedback vom Tower gewohnt ist. Schade, dass es das bei uns nicht gibt - würde die Anflugmöglichkeiten von vielen Flugplätzen erhöhen.
Zuvor hatte ich viele Videos von Steve Kinnevo, dem amerikanischen Video-Blogger, angeschaut, um mich besser mit dem IFR-Funk in den USA vertraut zu machen. Das hat sehr geholfen, von Anfang an keine Unsicherheiten beim Funk zu haben.
Die Cirrus SR22T G5
Zu unserer Überraschung bekamen wir für unseren Trip eine fast neue Cirrus SR22T G5. Sehr beeindruckend war von vornherein, die Klappen bereits ab 150 Knoten setzen zu können - das ermöglicht deutlich zügigere Anflüge. Außerdem habe ich gleich versucht, mich direkt mit dem Cirrus Perspective zu verbinden und den Flugplan vom iPad aus Garmin Pilot zu übertragen.

Vor meiner Anreise musste ich noch eine Menge an Cirrus-Zertifikaten machen, unter anderem ein De-icing (FIKI) Zertifikat.
Den ADS-B Traffic auf dem iPad zu haben, bis hin zu Satellitenradio in hervorragender Qualität in jeder Höhe - absolut genial.
Unsere Route: KSQL – KHND – KSEZ – KSEE – KSMO – KHAF
KSQL - San Carlos (Start)
Wichtig zu wissen sind die Noise Abatement Procedures des San Carlos Airport.
Es ging gleich in Instrumentenbedingungen los und sofort hatten wir erste Icing-Ansätze, aber mit FIKI war das absolut kein Problem.
Auf dem Weg von San Carlos zum Las Vegas Henderson Airport - erste Eindrücke des Perspective der G5 mit ADS-B.

KHND - Henderson Airport (Las Vegas)

Nicht gerade optimal - 46 kt Gegenwind.
Las Vegas Ausblick aus der Luft.
KSEZ - Sedona (Arizona)
Flug von Henderson Airport nach Sedona in Arizona.

Aufgezeichnete Platzrunde Sedona.

Traumhafte rote Bergketten am Sedona Airport.
KSEE - Gillespie Field (San Diego)
Auf dem Weg nach San Diego.
Approach Plates für den Gillespie Airport bei San Diego.
Satellitenradio über SiriusXM mit iPad-Steuerung.
KSMO - Santa Monica

Flug entlang der Küste nach Santa Monica.

Der Base Turn am Santa Monica Airport - bin hier schon öfter angeflogen, aber immer wieder beeindruckend mit der LA Skyline im Hintergrund.

Ganz schön was los auf dem Santa Monica Airport.
KHAF - Half Moon Bay
Eine von ATC elektronisch übermittelte Routenänderung direkt an Garmin Pilot - nahtlos.
Downwind am Half Moon Bay Airport.
San Francisco & Golden Gate Bridge in 1.000 ft
San Francisco Bay auf dem Weg zur Golden Gate.

Eine Stunde lang in 500–1.000 ft über der Golden Gate Bridge - eine unvergessliche Zeit.

San Francisco Downtown ganz nah.
Tipps zum Fliegen in den USA
Aufgepasst mit der Druckeinheit. In den USA wird der Luftdruck nicht in hPa, sondern in Inches of Mercury angegeben. Meistens lag der Wert im Bereich 29.xx, man gewöhnt sich auch relativ schnell daran - bis dann mal ein Wert mit 30 anfängt. Wenn der Luftdruck über 30,00 inHg klettert (also über 1016 hPa) und man immer noch 29.xx eingestellt hat, liegt man gleich 2.000 ft falsch!
Radiofrequenzen werden abgekürzt. Frequenzen werden fast immer auf die letzten Stellen gekürzt, also „25.9” anstatt „125.90” wie in Europa. Daran sollte man sich gewöhnen.
Garmin Pilot für alles. Wir sind ausschließlich mit der Garmin Pilot App geflogen - von der Flugplanung bis zum Filing des Flugplans. Routenänderungen über Push-Nachrichten in die Garmin Pilot App funktionieren einwandfrei.
Empfehlung: Bryce Canyon. Eine weitere Empfehlung, die wir bekommen hatten, war der Bryce Canyon - den haben wir diesmal nicht geschafft, aber vielleicht das nächste Mal.
Nützliche Kontakte
- JATO Aviation (Cirrus-Vermietung, San Carlos) - April, CEO - (650) 346-2447
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