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Anleitung · 6 Min. Lesezeit

Cirrus SR22TN Verfahren

Vollständige Betriebsverfahren für die Cirrus SR22TN - Geschwindigkeiten, Start, Steigflug, LOP-Betrieb, Platzrunde, Landung, IFR-Anflüge, Manöver und Notverfahren.

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Cirrus SR22TN auf dem Vorfeld

Eine umfassende Verfahrensreferenz für die Cirrus SR22TN, die alle Flugphasen abdeckt - vom Start-Briefing über Reiseflug, Anflug, Landung bis zu Notverfahren.


Wichtige Geschwindigkeiten

GeschwindigkeitWert
Vne200 KIAS
Vno (Max. Reisefluggeschwindigkeit)177 KIAS
Va (Manövergeschwindigkeit)133 KIAS
Vfe 50%119 KIAS
Vfe 100%104 KIAS
Vy (Beste Steigrate)101 KIAS
Vx (Bester Steigwinkel)84 KIAS
Bestes Gleiten88 KIAS
Reisesteigflug <7.500 MSL120 KIAS
Reisesteigflug >7.500 MSL130 KIAS
  • Ladedruck nicht unter 15” über 18.000 ft reduzieren
  • Querneigung >60° verboten
  • ALT 2 erforderlich für IFR, funktionierende Taschenlampe erforderlich für Nachtflug

Start-Briefing Vorlage

RWY __, normaler Start, ____m Bahnlänge, Wind xxx/yy Rotation bei 72 kt, Klappen ein bei 85 kt mit positiver Steigrate, 101 kt anfängliche Steiggeschwindigkeit, (CAPS aktiv bei 500 ft) Platzrundenhöhe ___ft DEP ___, nach ___, KURVE, STEIGEN, Klasse C darüber

Notfall-Briefing

  • Vor dem Start → Startabbruch
  • 0–500 ft → geradeaus landen (max. 15° Querneigung)
  • 500–2.000 ft → CAPS sofort
  • Über 2.000 ft → Fehlersuche, CAPS in Betracht ziehen

Start

  • Startleistung gleichmäßig setzen, Seitenruder rechts, keine Bremsen, Querruder in den Wind
  • START → FAHRT LEBT (60 kt) → ROTATION (70–73 KIAS) → KLAPPEN EIN (80 KIAS + positive Steigrate)
  • 1.000 ft AGL: Reisesteigfluggeschwindigkeit 120–130 KIAS
  • Gemisch voll reich während Vollleistungssteigflug bis 15.000 ft
  • Lean of Peak Steigflug: Leistungshebel VOLL VOR, Cyan-Ziel oder weniger, 130 KIAS

Passagier-Briefing

  • CAPS, Sicherheitsgurte, Notausgänge, Sicherheitsausrüstung, Rauchen, Sauerstoff

Steigflug

  • CHT im normalen Betriebsbereich halten (<380°F)
  • Nach Übergang zum Reiseflug: Leistung 2700, auf blaue Markierung abmagern, CHTs unter 380°F
  • Über 18.000 MSL: Vollleistung / volles Gemisch Steigflug

LOP (Lean of Peak) Betrieb

LOP Steigflug

  • Volle Leistung, dann Gemisch zügig unter 18 GPH zurücknehmen (Handbuch empfiehlt 17,6)
  • Nicht zögern - „Gefahrenzone” durchqueren
  • Leistungshebel bleibt voll vorne
  • Nur bei Geschwindigkeiten über 130 KIAS für Kühlung
  • Wenn CHTs sich 380°F nähern, Nase senken; wenn nicht ausreichend, voll reich
  • Über FL180: nur voll reich

High Cruise

  • Leistungshebel bis MP sinkt, aber RPM stabil bei 2500
  • Leistung wieder öffnen bis RPM gerade nicht mehr über 2500 steigt = Max MP bei 2500
  • Gemisch auf 17,6 GPH
  • CHTs unter 380°F halten - bei LOP gilt: magerer = kühler

Economy Cruise (65%)

  • 24–26” MP, 13–15 GPH (13,6 GPH = 65%)

Sinkflug

  • Alles auf Reiseflugeinstellung lassen, wenn zu schnell → auf 65% reduzieren
  • Wenn immer noch zu schnell, Gemisch belassen, Leistung weiter reduzieren
  • Leerlauf vermeiden, CHTs >240°F halten

Zusammenfassung: Nur 4 Leistungseinstellungen nötig

#EinstellungVerwendung
1Volle Leistung, voll reichStart / Steigflug
2Volle Leistung, LOP 17,6 GPHLOP Steigflug
3Max MP bei 2500 RPM, 17,6 GPHHigh Cruise
424–26” MP, 13–15 GPHEconomy Cruise

Reiseflug-Ablauf

  1. Kraftstoffpumpe (nach 30 min aus, Kraftstofffluss notieren, Gemisch nachstellen)
  2. Leistungshebel
  3. Gemisch
  4. Triebwerksparameter
  5. Kraftstofffluss und -balance

Platzrunde

PhaseGeschwindigkeitLeistungKonfiguration
Gegenanflug100 KIAS50% / 15” MP-
Querab (Aufsetzpunkt, Sinkflug einleiten)100 KIAS25%50% Klappen
Queranflug90 KIAS25% / 12” MP100% Klappen
Endanflug80 KIASnach Bedarf100% Klappen
  • 85 KIAS bei 50% Klappen, 90 KIAS bei 0% Klappen
  • Pro 10 kt Seitenwind 5 kt auf dem Endanflug addieren
  • 500 ft Ansage beim Eindrehen in den Endanflug (= 1 Meile Endanflug)

Landung

  • Stabilisierter VFR-Anflug bei 500 ft AGL: korrekte Konfiguration, normaler Winkel/Rate, richtige Geschwindigkeit, angemessene Leistung, korrekter Flugweg
  • Abfangen: Leistung und Pitch gleichmäßig zurücknehmen (nie direkt auf Leerlauf) → beim Aufziehen von höher schauen
  • Aerodynamisches Bremsen durch volles Aufziehen
  • Seitenwind: 100% Klappen + Vorhaltewinkel, Übergang zur Seitengleitflugmethode, Aufsetzen mit leichter Querneigung in den Wind, Querruder in den Wind beim Ausrollen

Durchstarten

  1. Autopilot AUSSCHALTEN
  2. Leistung VOLL VOR (Seitenruder rechts)
  3. Klappen 50%
  4. Aufziehen, 75–80 KIAS
  5. „Going around” ansagen
  6. Positive Steigrate + frei von Hindernissen + 80 kt → Klappen 0%

Durchstarten wenn: kein stabilisierter Anflug, übermäßiges Aufbäumen/Springen, Verlust der Richtungskontrolle, Landung jenseits des ersten 1/3 der Bahn, jede unsichere Situation


Manöver

Steilkurven

  • HDG Bug setzen, 120 KIAS, 55% PWR / 20” MP
  • Querneigung 45°, Gegendruck erhöhen + leicht Leistung
  • 10° vor dem Zielkurs ausleiten, Gegendruck lösen

Langsamflug

  • Klappen 0% → 100%, Leistung reduzieren 25% / 12” MP
  • Auf MCA verzögern, Leistung zum Halten der Höhe
  • Recovery: 100% PWR, Anstellwinkel reduzieren, Klappen 100% → 50%, auf Vy beschleunigen, Klappen 0%

Überziehübung (Flight Review)

  • Konfiguration ohne Klappen, Start- und Landekonfiguration
  • Bei Überzieh-Horn / Buffet → Pitch – Power – Bank

Ziellandung

  • 2.000 ft, 88 kt bestes Gleiten

Steilkurve (Flight Review)

  • Heading Bug setzen, gleich ziehen beim Einleiten

IFR-Verfahren

Präzisionsanflug (ILS)

  • Freigabe zum IAF: auf 120 KIAS reduzieren (40% PWR)
  • Sink- und Anflug-Checkliste abarbeiten
  • Endanflug-Erfassung: Vor-Lande-Checkliste abarbeiten
  • GS lebt → 100 KIAS, Klappen 50%, 50% PWR
  • Gleitweg-Erfassung → Zeit am IAF notieren
  • 1/2 Skalenausschlag unter GS → 50% PWR
  • FAF einwärts → 25% PWR / 12” MP
  • Höhenansagen: 1.000 ft, 500 ft, 100 ft bis Minima
  • Bei DA: AP trennen ODER Fehlanflug

GPS-Anflugtypen

  • LPV - Localizer Performance with Vertical Navigation (SBAS)
  • LNAV/VNAV - mit Vertikalführung
  • LNAV - nur lateral, Mindestsinkhöhe
  • LNAV+V - mit beratender Gleitpfadanzeige

VOR-Anflug

  • VOR-Anflug laden, DME-Bogen aktivieren falls nötig
  • CDI von GPS auf VOR umschalten bei Annäherung an den Anflugpfad
  • APR drücken um VOR-Anflug zu aktivieren
  • 2 Meilen vor FAF: 50% Klappen, 100 KIAS

Circling Approach

  • NAV-Modus im Endanflug, in Minimumhöhe nivellieren
  • Zur Bahnansicht fliegen, 45° abdrehen
  • 0,5 Spurversatzfehler - zurück auf Bahnkurs drehen
  • Kurz nach dem Landepunkt, 25°-Winkel eindrehen und konstant halten

RNAV-Flugplan Ausrüstungscodes (N111DU)

  • Feld 10: SBGRYD (Standard, LPV, GPS RNAV, 8,33 kHz, DME)
  • Feld 18: PBN/B2C2O2S1 und NAV/SBAS
  • O2 (RNP1) bevorzugt gegenüber D2 (RNAV1)
  • Privatbetreiber: keine besonderen Genehmigungen nötig (bestätigt durch LBA)

Notverfahren

Triebwerksausfall im Flug

  • Bestes Gleiten 88 KIAS
  • Gemisch, Kraftstoffwahlschalter UMSCHALTEN, Kraftstoffpumpe BOOST, Alternate Induction Air EIN
  • Gleitstrecke: 11 NM aus 8.000 ft

Triebwerksbrand beim Start

  • Gemisch ABSCHNEIDEN, Kraftstoffpumpe AUS, Kraftstoffwahlschalter AUS, Leistungshebel VOR, Starter DREHEN

Notabstieg

  • Leistung Leerlauf, Gemisch, Fahrt Vne 200 KIAS

CAPS-Aktivierung

  1. Abdeckung ENTFERNEN
  2. Griff (beide Hände) GERADE NACH UNTEN ZIEHEN
HöheMaßnahme
0–500 ftGeradeaus landen
500–2.000 ftCAPS sofort auslösen
>2.000 ftFehlersuche, CAPS nach Bedarf
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